Ich hatte mir vor einiger Zeit parallel zu SteamOS noch ein Windows eingerichtet, weil ich ja großer Fan vom Gamepass bin und naja, ehrlich gesagt auch einfach, weil es geht. Ich mag sowas ja. Mit Dual-Boot-Setup ist es dann aber ganz ähnlich wie mit dem Leid: Geteilter Speicher = halber Speicher. Und da ich ohnehin nur 256GB hatte, konnte ich ja quasi gar nicht anders, als irgendwann den Speicher upzugraden.
Ich spiele ja hauptsächlich Indie Games, die mangels hochauflösender Texturen auf polygonreichen Objekten platziert werden, nicht sonderlich viel Speicher benötigen. Aber zusammen mit einem OS werden diese knapp 130GB auch mit Baucheinziehen ziemlich eng. Also schnell bei geizhals.de passenden Speicher rausgesucht, bestellt und schon mal in die Hände gespuckt.
Da ich in meiner Gier natürlich erstmal eine Platte im falschen Format bestellt hatte (80mm anstatt 30mm) und auf die neue Lieferung warten durfte, hatte ich dann auch wirklich genügend Zeit, mich auf den Wechsel vorzubereiten.
Ich hatte mich schon darauf eingestellt, das alles nochmal einrichten zu dürfen, weil neue Festplatte und so, aber dank eines Einzeilers vom lieben @CBeloch im Insert-Moin-Discord konnte ich die alte Platte relativ einfach auf die neue spiegeln. Direkt via Terminal in SteamOS. Inklusive MBR, Partitionen, und allem Pipapo:
sudo dd if=/dev/nvme0n1 of=/dev/sda oflag=sync bs=128M status=progress
Ich musste tatsächlich nur das Terminal öffnen, (mein sudo-Kennwort kennen) und besagten Einzeiler eintippern. Wäre ich NOCH besser vorbereitet gewesen, hätte ich mir den Befehl in eine Textdatei auf dem ventoy-Bootstick abgelegt, aber naja. For those who come after, oder so.
Das Spiegeln der Platte dauerte eine Weile und ich war froh, das ganze Geraffel an einem USB-Hub hängen zu haben, das auch über einen Stromanschluss verfügt. Nach etwa einer Stunde kam dann die Fertig-Meldung und ich konnte mich dem eigentlichen Tausch widmen. Wenn da nicht der dringende Hinweis wäre, dass der Akkustand beim Tausch nicht über 25% liegen sollte. Jetzt war ich nicht mehr so froh, das ganze Geraffel an einem USB-Hub hängen zu haben, das auch über einen Stromanschluss verfügt. Naja.
Also Windows gebootet (weil das tendenziell sowieso schon mehr Akku zieht als SteamOS), diverse Spiele parallel gestartet und der Prozentzahl beim schrumpfen zugeschaut. Von 10 auf 0% ging es dann übrigens SO schnell, dass ich nicht mal dazu kam, meinen Run von Vampire Survivors ordentlich zu beenden, bevor der Bildschirm schwarz wurde.
Dank der wirklich guten Erklärung von iFixit bzw diesem Video ging der Umbau dann tatsächlich ziemlich einfach von der Hand:
Die größte Problematik stellte es dar, die Rückenplatte vom Gehäuse aufzustemmen und den Anschluss der Batterie zu lösen. Wahrscheinlich habe ich mich aber auch bei beidem etwas dösiger angestellt als ich müsste, das will ich auf keinen Fall ausschließen. Passendes Werkzeug von ifixit hatte ich dank einiger Akkutauschs beim Handy und Tablet bereits, aber es gibt auch extra für das Steamdeck ein passendes Kit zum bestellen. Sogar schon inklusive einer passenden Festplatte: https://www.ifixit.com/en-eu/products/micron-2400-nvme-pcie-gen4-2230-ssd
Danach noch fix mit dem Ventoystick von damals™ in die live-cd von gparted gebootet und die Partitionen auf die gewünschte Größe umstellen. Nach einem weiteren Neustart hat tatsächlich einfach so alles funktioniert wie es sollte. Ich bin natürlich sehr froh darüber, wie einfach das jetzt alles war, aber irgendwie hatte ich mir das komplizierter vorgestellt. Aber naja, ich will mich nicht beklagen, so insgesamt laufen ja doch mehr technische Dinge ein bisschen schiefer als sie sollten, ähem.
Ich freue mich schon auf den Tag an dem das Terabyte voll ist und ich meiner Frau erklären muss, dass wir jetzt doch zwei Terabyte brauchen. Und weshalb das nicht sowieso schon von Anfang an die bessere Idee war. Es bleibt spannend :D
